Grotto Rosatta Bellinzona
Wanderbericht
Martinsmad-Tschinglenalp oder neu Grotto Rosatta Bellinzona
Die angesagten Gewitter verlangten eine behutsame Beobachtung. Eine Zweitageswanderung mit anspruchsvollem Hüttenzustieg bei Blitz und Donner, dazu nassen Steinen und Ketten auf dem Weg….. ?
Dies schien uns keine wirklich gute Aussicht, unsere Tour durchzuführen. Die Entscheidung musste bereits am Freitag gefällt, die Hütte informiert und die Bahnreservation umdisponiert werden.
Walty erledigte all diese Aufgaben und mit einer Ersatztour im Hinterkopf begeistere er fast alle Angemeldeten.
Damit wir nicht wegen eines Rotlichtes und einer Baustelle in Buochs unseren Anschluss nach Bellinzona verpassten, fuhren wir bereits um 6.40 mit dem Zug nach Luzern und von dort über Arth-Goldau nach Bellinzona.
Warmer Sonnenschein begrüsste uns und das spezielle Ambiente des Tessins hiess uns willkommen.
Langsam schritten wir durch die Strässchen und alten Gassen empor zur Burg Castello di Sasso Corbaro, welche 1479 in nur 6 Monaten erbaut wurde. Diese Burg heisst im Volksmunde auch «Unterwalden». So einiges aus alter Zeit wurde in diesen Gemäuern wieder lebendig und mit Erstaunen und hohem Respekt vor der Vergangenheit lauschten wir einigen Ausführungen zur Geschichte.
Daneben gehören das Castelgrande (UR), das Castello di Montebello (SZ) und die Murata zum markanten Bilde von Bellinzona. Diese Burgen und alten Gemäuer wurden 2000 ins Unesco Welterbe aufgenommen.
Weiter führte uns der Weg über unzählige Stufen und durch einen angenehmen Wald zum Rovine del Viaggo di Prada, ein verlassenes und wieder neu gefundenes altes Dörfchen. Seit 2017setzt sich die Fondazione Prada für die Restaurierung und den Erhalt dieses mittelalterlichen Dörfchens ein. Es erzählt viel über die Geschichte des Tessins, seine Bewohner und ihre Lebensgewohnheiten. Bereits 1381 wird San Girolamo oder eben Prada in alten Schriften erwähnt.
Nach einem weiteren Anstieg von rund 400hm durch vorwiegend Kastanienwälder erreichen wir das Grotto Rosatto und werden bereits liebevoll empfangen. Kühle Getränke und eine Riesenschaukel lassen die schweisstreibenden Momente rasch vergessen. Ein feines Risotto wird für uns zubereitet, ein Gläschen Hauswein und ein feiner Kaffee lassen uns das «dolce far niente» geniessen.
Über einen anderen, uns empfohlenen Weg wandern wir in rund 2 Stunden nach Bellinzona zurück. Es ist ein spannender Weg über eine wohl alte Römerstrasse. Wir staunen, wie sorgfältig und achtsam dieser Weg vor langer Zeit gearbeitet wurde. Es reiht sich Stein an Stein in steilem Gelände.
Auch ein umgestürzter Baum kann der wackeren Wandertruppe nichts anhaben und glücklich und beschenkt kehren wir am Abend in unsere Heimat zurück.
Leitung: Walty Küng, Helen Gander
Tourbericht: Helen Gander