Schneeschuhwanderung auf Melchsee Frutt
Wanderbericht
Wir befinden uns z.Zt. in
einer ausgeprägten Westwindströmung mit feucht-milder Atlantikluft. Die
Schneefallgrenze liegt auf rund 1500m. (Stoos SZ 1313m) und für den heutigen
Tourentag ist starker Schneeregen prognostiziert. Die Frage liegt auf der Hand,
Absage- oder Verschiebung der Tour!
Bevor ich mich definitiv für Melchsee-Frutt (1900m) entscheide, erkundige ich
mich mit einem E-Mail bei den angemeldeten Gästen ob sie gewillt wären, ein
richtiger Wintertag (wie früher) mit Schneefall und Wind auf Melchsee-Frutt zu
erleben.
Die bejahenden Antworten kamen postwendend. Nach erfolgter Reko übermittelte
ich dann die wichtigsten Infos an unsere interessierten Gäste.
Bei der Hinfahrt dann am Tourentag, zieht eine Regenfront über Nid- und
Obwalden.
Das Ganze ändert sich dann aber abrupt. Als wir beim Verlassen der Bergstation
auf Melchsee-Frutt aus der Komfortzone gerissen und durch eine Westwindböe mit
einer Ladung Neuschnee ins Gesicht überrascht wurden. Alle waren wach und wissen
nun, was wir auf unserer heutigen Schneeschuhwanderung auch erleben werden.
Der Start zur Müllerenhütte verläuft sehr ruhig. Nach einem halbstündigen
Aufstieg frischt der Westwind schlagartig auf und wir stehen mitten in einem
Schneesturm.
Alle Spuren der Reko waren verweht und wir pfadeten uns durch den Neuschnee.
Die Neuschneemengen sind durch die Verwehungen sehr unterschiedlich, manchmal
10, dann durch eine Wächte bis zu einem Meter und dann gleich wieder fast
Schneefrei.
Nach rund 2 Stunden erreichen wir das Restaurant Tannalp. Eine wärmende und
feine Suppe kam wie gewünscht. Frisch gestärkt und aufgewärmt geht’s nach der
Mittagspause in Richtung Flachshubel. Der Schneefall wird intensiver und der
Westwind frischt von neuem auf. Was für ein Winterbild, so wie ich es schon
eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen habe! Die ganze Tourengruppe von Kopf
bis Fuss, weiss mit angeklebten Neuschnee überzogen.
Dank guter Markierung konnten unsere Spuren sicher durch den rund 30 cm tiefen
Neuschnee gezogen werden. Diese dem Wind und Schneefall ausgesetzten 90
Minuten, bleiben bestimmt ALLEN in bester Erinnerung. Die Winterlandschaft dann
bei der Querung des tief verschneiten und verwehten Tannenbachs einfach
unbeschreiblich schön.
Rückblickend war es wunderschön und sehr eindrücklich, ein richtiger Wintertag bei „Wind und Wetter“ zu erleben
Tourenleiter: Koni Lüönd