Schneeschuhwanderung Rickhubel
Wanderbericht
Ausgangspunkt unserer Schneeschuhwanderung ist der Parkplatz Langis/Glaubenberg (1445 m).
Nach der Begrüssung erfolgt ein sorgfältiger Material- und LVS-Check. Zunächst gehen wir ohne
Schneeschuhe ein kurzes Stück entlang der Strasse Richtung Passhöhe. Ab der durchgehend
schneebedeckten Strasse ziehen wir die Schneeschuhe an und führen einen doppelten LVS
Check durch.
Mit Schneeschuhen folgen wir noch kurz der Strasse, bevor wir abzweigen und weglos in den
Trogenwald eintauchen. Zeitgleich setzt Schneefall ein. Die Geräuschkulisse wird gedämpft, die
Stimmung ist ruhig und wir geniessen die Stille. Es liegt mehr Neuschnee als erwartet, rund 20 cm
lockerer Pulverschnee, der das Vorankommen zwar etwas erschwert, aber für ausgezeichnete
Winterverhältnisse sorgt.
Der erste Aufstieg bringt rasch Wärme zurück in den Körper. Unter den schneebedeckten Bäumen
legen wir eine kurze Pause ein. Anschliessend steigen wir weiter zur Alp Schnabel (1600 m) auf.
Der Schneefall nimmt zu, und ein Südwestwind macht sich zunehmend bemerkbar.
Von der Alp aus führt der Aufstieg im offenen Gelände weiter zum „Gondeli-Pass" (1742 m). Die
Lawinensituation ist mit Stufe 2 (mässig) als eher günstig einzustufen. Dennoch bewegen wir uns
aufmerksam, insbesondere in offenen, windbeeinflussten Bereichen. Vom Pass steigen wir leicht
ab und folgen dem Sommerweg Richtung Sewenseeli. Den See umgehen wir auf der
Südwestseite, durch lichte Wälder mit kürzeren An- und Abstiegen.
Gegen 11:30 Uhr erreichen wir die Kapelle „Maria zum Bergsee“ (1719 m). Im schneegeschützten
Eingangsbereich legen wir eine längere Pause ein. Die Gruppe zeigt sich beeindruckt von der
winterlichen Landschaft und den insgesamt guten Bedingungen zum Schneeschuhlaufen, trotz
anhaltendem Schneefall.
Nach der Pause setzen wir den Aufstieg fort, zunächst im freien Gelände, bis wir den Sewenbach
erreichen. Für die Überquerung wählen wir eine geeignete, sichere Stelle. Danach folgt der steilste
Abschnitt der Tour. Das Tempo bleibt bewusst ruhig und gleichmässig. Der Wind nimmt weiter zu
und fordert zusätzliche Kraft und Konzentration.
Kurz unterhalb des Grates, noch etwas geschützt durch Bäume, legen wir eine kurze Pause ein
und bereiten uns auf den folgenden Abschnitt vor. Der anschliessende Aufstieg über den
ungeschützten Nordwestgrat gestaltet sich anspruchsvoll. Der Wind pfeift uns um die Ohren und
bläst uns den Schnee seitlich ins Gesicht. Wind und stürmische Böen erschweren das
Vorankommen erheblich, und die Sicht ist zeitweise sehr eingeschränkt. Der Gipfel des Rickhubel
(1943 m) zeigt sich uns nur kurz zwischen Schneefall und Windböen. Umkehren ist zu diesem
Zeitpunkt aus Zeitgründen keine Option mehr.
Ohne längeren Aufenthalt queren wir wenige Meter unterhalb des Gipfels in die Südostflanke.
Bereits nach kurzer Zeit lässt der Wind deutlich nach, und mit jedem verlorenen Höhenmeter wird
die Situation wieder angenehmer. Der Abstieg verläuft gut und ermöglicht uns wieder Gespräche,
unter anderem über Wildtiere und deren Lebensräume. Wildtierbeobachtungen bleiben heute
jedoch aus – vermutlich war das Wetter selbst für sie zu rau.
Auf rund 1600 m, am Waldrand, legen wir eine letzte kurze Pause ein. Anschliessend steigen wir
weiter ab, durch Waldschneisen und lichte Wälder, bis wir nahe der Passhöhe Glaubenberg
wieder auf die Strasse treffen. Dieser folgen wir zurück zum Ausgangspunkt Langis, den wir
pünktlich um 14:30 Uhr erreichen.
Bei einem warmen Getränk im Restaurant lassen wir die Tour Revue passieren. Die
Schneeschuhwanderung mit rund 550 Höhenmetern im Auf- und Abstieg bot mit mässiger
Lawinengefahr und winterlichen Bedingungen eine abwechslungsreiche, fordernde und
eindrückliche Unternehmung.
Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern für die sehr gelungene Schneeschuhwanderung und freue
mich auf weitere gemeinsame Touren!
Schneeschuh-Tourenleiter: Matthias Graeff