Sonnenuntergang auf der Musenalp
Wanderbericht
Es gibt Tage
an denen alles harmonisch zusammenfliesst.
So die Wanderung der Nidwaldner Wanderwege zum Sonnenuntergang auf dem
Musenalpergrat.
Einfach unvergesslich und wunderschön!
Die
nachmittäglichen Wolken lockern sich gegen Westen auf. Beim abendlichen Start
können die teilnehmenden Gäste bei der Bergstation unter blauem Himmel begrüsst
werden. Dank dem verregneten Vortag ist die Luft kühl und ausgewaschen mit
guter Fernsicht. Die Wanderung über die Bleikialp, vorbei am weidenden Alpvieh
kann richtig genossen werden. Der Aufstieg auf dem Bergweg über den Stollen
(Chästrägerweg) vorbei an den bizarren, von der Abendsonne ausgeleuchteten Felsformationen ist eindrücklich.
Eine Stunde vor dem geplanten Sonnenuntergang erwartet uns am Musenalpergrat
ein unbeschreibliches Farbspetakel.
Über dem Pilatus, da wo die Sonne um 20.24 Uhr untergeht, eine dunkle schwarze
Wolke und davor ein breiter und kilometerlange goldener Streifen. Der Streifen
gold-gelb wie glühendes Eisen.
Das Matthorn und der Pilatus mit der dunklen Wolke sind wie ein aktiver Vulkan
mit glühend speiender Lawa. Die goldenen Strahlen der sinkenden Sonne brechen
wie heisse Lawa hinunter zum Alpnachersee. Das goldene Band am Horizont
verwandeln den Sempachersee und nach und nach den Hallwiler- und den
Baldeggersee in eine mystische Stimmung.
Planlos, wie wenn ein Lichttechniker einer Theaterbühne seine Scheinwerfer
einmal nach links, dann nach rechts schweifen lässt, so sind es einmal die
Mythen die rot angeleuchtet, sekundenspäter die Karstfelsen der Silberen in
Silber und kurzdarauf die Schratten in wunderschöne Farbtöne verwandelt.
Es ist uns vergönnt ein Farbspetakel der ganz besonderen Art das von Minute zu
Minute wechselt zu geniessen und zu erleben. Einfach wunderschön!
Mit dem Sonnenuntergang wird die Luft kühler und so freuen wir uns auf die
Einkehr im Musenalper Beizli.
Hier, einmal mehr werden wir von Edith auf’s herzlichste begrüsst und
willkommen geheissen. Hier auf der Musenalp erleben wir auch zu später Stunde
eine gelebte Gastfreundschaft. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit lädt uns der
Aelpler Jost Barmettler ein, den Betruf aus nächster Nähe mitzuerleben. Ein
gelebter und wunderschöner Brauch, der unter die Haut geht. Der Betruf ist ein
tief verwurzelter Brauch in der Zentralschweiz um Mensch, Vieh und die Alpen
vor Unwetter und Gefahren zu schützen.
Bei der anschliessenden Nachtwanderung über Ahorn zeigt sich der leuchtende
Mond und begleitet uns bis zur Bergstation der LDN.
Eine eindrückliche und wunderschöne Abendwanderung geht zu Ende. In Erinnerung
bleiben das grosse Farbspetakel vor- und während des Sonnenuntergang’s die
herzliche Gastfreundschaft von Edith und der von Jost vorgetragene Alpsegen der
Musenalp.
Wanderleiter: Koni Lüönd