Unterwegs im Val Piora
Wanderbericht
Vier Quellenweg: 3. + 4. Etappe Vom Gotthard – Piansecco- Ulrichen
Im Herbst kleiden sich die Matten in Bordeau-rot und gelb-grün. Die Bergseen funkeln sattblau bis zart graublau.
Der Ritomsee, trotz Tiefstand, blendet uns mit seinen Glitzerfunken. Treibsand erinnert an einen Gebündelt im Taleinschnitt wirbelt kalter Biswind am Lago di Tom unser Haar wild durcheinander. Dem Fotografen ist es egal. Geschniggelte Frisuren gibt es auf den Selfies im Überfluss.
Im windgeschützten Zuckerdolomitloch entdecken wir Garbensteine sowie Granat auf glühend heiss gebackenem Schiefer.
Im weltweit einzigartigen Lago die Cadagno schaffen es Schwefelbakterien, die lebensfeindliche Unterschicht abzugrenzen und darüber lebensfreundliches sauerstoffhaltiges Wasser zu schaffen. Vor zwei Milliarden Jahren war unsere Welt noch nicht lebensfähig. Wie damals sie den Überfang zu lebensfreundlichen Bedingungen schaffte, wird im Lago di Cadagno erforscht. Und die roten Schwefelbakterien in der mittleren Tiefe des Sees könnten ja noch zu ganz anderem fähig wein. Statt Schwefel könnten sie uns allenfalls im Abbau von anderen Schadstoffen unterstützen.
Im schattigen Lärchen-, Arven- und Föhrenwald, begleitet vom tiefblauen Ritomsee, finden wir zurück zum Ausgangspunkt. Wir haben eine farbige windige Tessiner Landschaft erlebt, sanft, fassettenreich, ein Geschenk.
Wanderleiter: Bärti Odermatt