Wanderparadies Grimselwelt
Wanderbericht
Wenn die Anreise bereits ein Abenteuer ist, kommt das Erlebnis nicht kurz.
Gemeinsam reisten wir von Meiringen zum Grimsel Hospiz. Doch das Abenteuer begann bereits am Bahhof Meiringen. Aufgrund der sehr hohen Anzahl Passagiere reichten zwei grosse Postautos nicht aus, damit alle Fahrgäste sitzend transportiert werden konnten. So wartete auf dem Weg nach Innertkirchen noch ein drittes und so konnten auch die letzten Gäste einen Sitzplatz einnehmen. Der zusätzliche Chauffeur gab vieles von seinem Wissen preis und unterhielt uns als Fahrgäste bestens. Sogar Beizentipps und lokale Geschichten gab es zu hören. Bis…
Bis er meinte, dass er Angst vor dunklen Tunnels habe und
darum den Tunnel auf der Passstrasse aus liess. Er fuhr mit dem Postauto auf
der alten und ausgesetzten Strasse aussen herum; sehr zur Überraschung aller
Fahrgäste. Gekonnt steuerte er auf der gepflasterten Strasse, die heute vor
allem für die Velofahrer und langsame Fahrzeuge als Ausweichroute dient. Nach
der erlebnisreichen Anfahrt hiess es zuerst einmal,
oben beim Grimsel Hospiz ankommen und einen Kaffee geniessen.
Sogleich folgte mit der Besichtigung der neuen Staumauer Spittellammi das nächste Highlight. Danach folgte ein steiler Abstieg ins Sommerloch, bevor wir dem naturnahen und pflanzenreichen Wanderweg in Richtung Räterichsbodensee folgten. Nach einer stärkenden Pause hiess es Aufstieg. Stufe um Stufe erklommen wir, bis wir oben beim Bächlisee ankamen. Der Anblick war so eindrücklich, dass wir fast nicht mehr aus dem Staunen herauskamen. Nach ein paar herausfordernden Stellen näherten wir uns immer weiter der Bächlitalhütte, die hoch oben thronte und unter ihr entsprang ein Bach, der das ganze Tal mit dem Rauschen einhüllte. Es sah aus, als wäre man in einem Hollywoodfilm. Es stellte sich dann am Abend heraus, dass dieser Bach ein Ausfluss aus einem künstlich gelegten Stollen war. Nichtsdestotrotz, ein wundervoller Anblick. Auf der Hütte wurden wir herzlich empfangen und während dem ganzen Aufenthalt sehr gut gehalten. Mit mehr oder weniger Schlaf starteten wir mit einem feinen Frühstück in den zweiten Tag und es warteten wieder die unzähligen Stufen zurück auf den Räterichsboden. Obwohl einige sich gar nicht darauf freuten, gelang uns der Abstieg unerwartet gut und die gezählten rund 2000 Stufen waren geschafft. Nun folgten wir dem Säumerweg bis zum Naturressort Handeck. Einige machten noch einen kurzen Abstecher zur Hängebrücke rüber zur Gelmerbahn. Diese faszienierte so fest, dass man gar nicht merkte, dass die Gruppe bereits weiterzog. Doch kurz darauf fanden sich alle wieder beim Alpbeizli Handegg, wo wir die tolle 2-Tageswanderung gemeinsam abschlossen und nach einem gemeinsamen Anstossen und einem Rückblick auf das Erlebte die Rückreise nach Meiringen antraten. Das Gebiet vom Grimselpass bis hinunter zu Handegg ist mit den Seitentälern ein wahres Wanderparadies, welches für alle etwas ganz Besonderes bereithält. Wer es nicht glaubt, was selbst noch nie dort.
Wanderleiter: Adrian Banz